Hamletmaschine von Heiner Müller

Freitag 25.11.- 3.12., 20.00 Uhr

Die whiteBOX präsentiert eine Koproduktion aus bildender Kunst und Theater

Videoinstallation:
Ugo Dossi: 2 Videoinstallationen, `Feuer´ und `Wasser´ – aus: „Die Elemente“ –
Vorschau zu seiner Ausstellung im Tretjakow Museum in Moskau
vom 30.11.2005 - 25.01.2006

Theater:
Inflagranti & Barrel: Die Hamletmaschine, von Heiner Müller
Performance in der Installation, mit Jo.Vossenkuhl, Sebastian Leebmann, Michèle Tichawsky, Juliane Trimper.

Bühne und Regie:
Jo.Vossenkuhl

Musik:
Christoph Reiserer, Leif Dahlem, Michael Wüst, Leo Gmelch, Haro Dehnke, Michael Rokoss

Dass Kunst ein Werkzeug ist, um die eigene Existenz zu hinterfragen, ist nicht zwingend notwendig, aber für jeden nachvollziehbar. Die Verfeinerung und Weiterentwicklung sämtlicher Werkzeuge, die wir Menschen gefunden haben, verschafft uns einen klaren Vorteil vor anderen Lebewesen. Kunst ist ein Werkzeug, mit dem wir eine Wesenhaftigkeit erforschen können, die sich in unendlich mannigfaltigen, aber auch verwirrenden Erscheinungen und Bildern zeigt.
Was sehen wir, wenn wir uns in Beziehung mit den uns so wertvollen 4 Elementen: Feuer, Wasser, Erde und Luft setzen? Was hören, fühlen, schmecken, denken wir? Was nehmen wir also wahr?
Die Videoinstallationen von Ugo Dossi – „Die 4 Elemente“ setzen sich mit dieser Thematik auseinander. Das Rad der Wiederkehr, Geburt, Tod, Eros – Unendlichkeit: das sind zentrale Themenbereiche, die in den Videoinstallationen seziert werden.
Auf einer sprachlichen Ebene setzt sich auch Heiner Müller mit diesem Thema auseinander. Die Performancegruppe Inflagranti & Barrel hat sein Textfragment „Hamletmaschine“ ausgewählt, weil Müller hier die Aspekte des maschinisierten Seins einer allseits bekannten Theaterfigur „Hamlet“ aufzuzeichnen versucht und mit ihr das Scheitern einer bloßen, leeren Kopie zeigt: Hamlet als Maschine. Doch Sprache allein ist zu unklar. Klänge, Bewegung und Projektion zeichnen eine neue, weitere Welt: das automatisierte (Zahn-)Rad der Wiederkehr wird hinterfragt.
Eine Welt, in der sich Hamlet komplett verweigert, aber dabei nicht radikal genug ist. Als Produkt einer Phantasie ist er bereits die Kopie der Kopie der Kopie - . Ophelia ist sein Albtraum – Elektra spricht aus dem Unterbewussten. Er will keine Rolle mehr spielen, will ein anderer sein und muß doch weiterspielen, weil er nicht stillstehen darf, weil er selbst nur Element ist.
Mit der Performance „Hamletmaschine“ zeigen wir auf einer den „4 Elementen“ entsprechenden theatralischen Metaebene, was das Dilemma einer Figur in einer funktionierenden Außenwelt sein kann.

Jo.Vossenkuhl

Kontakt:
Michael Wüst
Pressestelle Kultfabrik
499 49 178
0170 658 26 15

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